
Milan, Danke für die Blumen. Ich muss zugeben, auch mir fiel der Abschied gar nicht so leicht. Los gings im gelobten Land mit einer chaotischen Taxifahrt: Leider fand der liebe Fahrer die Strasse erst im dritten Anlauf. LA hat viele Strassen, da kann man sich schon mal vertuen. Der Trip vom Flughafen zu meiner Bude, der auf der Karte so kurz aussah, hat dann Dank dichtem Verkehr auch über ne Stunde gedauert und ein kleines Vermögen gekostet. Ein großes Vermögen kostet mein Zimmer. Daher war meine jugendlich-naive Erwartung, dass es schon „was gscheits“ sein würde. Nun, ich würde mal sagen, es ist ok, aber am Anfang war ich doch ein wenig irritiert. Bei der ersten Besichtigung hatte ich immer das Wort „shithole“ im Kopf. Dafür ist der Mitbewohner extrem cool. Chilenischer Filmproduzent, der gerade für den Playboy Videos produziert ;-)


Auffällig ist die Freundlichkeit der Leute. Als ich gestern das erste Mal zur Uni musste, habe ich mich erstmal am Campus verlaufen. Das Ding ist riesig – zu Fuß bestimmt 40 min von der einen zur anderen Seite. Habe dann 2 UCLA-Maintenance Typen mit ihrem Pick-up aufgehalten und mich nach dem Weg erkundigt. Anstatt mir den Weg zu erklären haben sie mich einfach hingefahren, direkt vor die Haustüre!
Die Uni selbst ist ziemlich fett. Beeindruckt haben mich aber nicht nur die Gebäude, sondern wiederum die Leute. Ich weiss nicht, wie oft ich den Satz „We’re here to help – take andvantage of us!“ gehört habe. Vielleicht ist die Freundlichkeit nicht tiefgehend, eher aufgesetzt. Für die kleinen täglichen Begegnungen allerdings ist es ein hervorragendes Schmiermittel der sozialen Beziehungen.
Krass sind die Gegensätze zwischen arm und reich, Bentley und Working Poor. Mir ist noch nicht ganz klar, wie das funktioniert, ohne im Bürgerkrieg zu Enden. Mal sehen. Und Erdbeben wird schon auch keines kommen. Wenn, dann versteck ich mich unterm Schreibtisch!!
Best, Toni



















